Dienstrad
Fahrradleasing für kommunale Angestellte
Auf die Pedale – Dienstrad-Leasing in Kommunen

Seit mittlerweile drei Jahren haben Kommunen und kommunale Arbeitgeber die Möglichkeit, ihren Beschäftigten durch Dienstrad-Leasing den Umstieg auf das Fahrrad – sowohl privat als auch beruflich – zu ermöglichen. Um von der Konzeptentwicklung bis zur finalen Fahrradübergabe eine professionelle und zielgerichtete Unterstützung zu gewährleisten, hat sich der wegebund 2021 mit zwei interessierten Pilotkommunen zusammengetan. Ziel des Projekts war es, das kommunale Dienstrad-Leasing auf eine solide Basis zu stellen. Mittlerweile ist das Dienstrad-Leasing in immer mehr Kommunalverwaltungen erfolgreich etabliert. Während zu Beginn lediglich die Städte Auerbach (Vogtl.) und Pirna beteiligt waren, wird das Dienstrad-Leasing inzwischen in 12 von 28 Mitgliedskommunen des wegebunds angeboten.

Dienstradleasing in den wegebund-Mitgliedskommunen (Stand: 06/2024)
Bedarf erkennen und Grundlagen schaffen

Die Basis für das Fahrrad-Leasing in deutschen Kommunen bildet der Tarifvertrag zur Entgeltumwandlung für Fahrradleasing im öffentlichen Dienst, der Ende 2020 beschlossen und ab März 2021 in Kraft trat. Dieser Tarifvertrag ermöglicht es Kommunen und öffentlichen Arbeitgebern, ihren Beschäftigten Fahrräder auf Leasing-Basis anzubieten. Die Beschäftigten können dabei einen Teil ihres monatlichen Entgelts für das Leasing eines Fahrrads verwenden, sofern ihr Arbeitgeber das Programm unterstützt.

In den Projektkommunen Pirna und Auerbach (Vogtl.) bestätigten interne Umfragen im Jahr 2021, dass über 10 Prozent der kommunalen Angestellten Interesse am Dienstrad-Leasing haben. Im Jahr 2024 liegt die durchschnittliche Akzeptanz und Nutzung des Angebots bei etwa zwölf Prozent. Besonders hervorzuheben ist die Stadt Auerbach (Vogtl.), in der bereits etwa 20 Prozent der Belegschaft aktiv Dienstrad-Leasing Gebrauch machen.

 

Ein praxisorientierter Leitfaden

Das Pilotprojekt mit den beiden Modellkommunen Pirna und Auerbach (Vogtl.) war ein voller Erfolg. Innerhalb eines Jahres konnten die Angestellten in diesen Städten erfolgreich auf geleaste Diensträder umsteigen. Projektbegleitend entwicklete der wegebund einen Leitfaden, der auf 30 Seiten umfassend das Thema Dienstrad-Leasing erklärt und zusammenfasst. Der Leitfaden enthält Best-Practice-Beispiele aus den beiden Modellkommunen und dient als Orientierung für andere Mitgliedskommunen, die ein ähnliches Projekt initiieren möchten.

»Von der ersten Recherche bis zum ersten Leasingfahrrad ist etwa ein Jahr vergangen. Wir hatten einige Hürden zu überwinden, doch insgesamt war der Prozess flüssig und wir sind zufrieden mit dem Ergebnis. Innerhalb weniger Tage hatten wir mehrere Anträge für meist hochwertige Leasingfahrräder. Unsere Beschäftigten nehmen das Angebot gut an und wir sind als Stadtverwaltung zuversichtlich, mittelfristig das Fahrrad als Verkehrsmittel zu stärken.«
Thomas Freitag – Klimaschutzmanager, Stadtverwaltung Pirna
»Manchmal braucht es etwas Mut und Pragmatismus, um in Verwaltungen etwas Neues einzuführen. Unser Rat an andere Kommunen ist es daher, mit Mut und Optimismus an das Thema zu gehen und den Verwaltungsaufwand gering zu halten, weil unser Ziel ist, den Radverkehr und das Radfahren zu fördern. Darauf wollen wir uns konzentrieren.«
Knut Kirsten – Fachbereichsleiter Schulverwaltung/Sport/Jugend/Soziales, Stadtverwaltung Auerbach/Vogtl.
Wachstumsmarkt Dienstrad-Leasing

Das Dienstrad-Leasing erfreut sich bundesweit zunehmender Beliebtheit, wie die wachsenden Absatzzahlen und das steigende Interesse belegen. Der Branchenbericht 2024 von Zukunft Fahrrad e.V. zeigt, dass sich der Umsatz im Dienstrad-Leasing seit 2019 fast verfünffacht hat – von 0,7 Milliarden auf 3,2 Milliarden Euro Ende 2023. Aktuell haben etwa 37 Prozent der Arbeitnehmenden in Deutschland Zugang zu Dienstrad-Leasing, wobei 80 Prozent der geleasten Fahrräder E-Bikes sind. Die Gesamtanzahl der geleasten Fahrräder ist von 0,4 Millionen auf insgesamt 1,9 Millionen gestiegen. Diese Entwicklungen unterstreichen den Trend zu Diensträdern und bestätigen ihre Bedeutung als attraktives Angebot für Beschäftigte.

Der wegebund unterstützt seine Mitgliedskommunen weiterhin dabei, von diesem Wachstum zu profitieren. Wir betrachten das Dienstrad-Leasing als wesentlichen Baustein der Radverkehrsförderung und bieten umfassende Beratung, Musterunterlagen sowie die Vernetzung mit erfolgreich umgesetzten Kommunen an. Die zunehmende Akzeptanz und die positiven Marktentwicklungen verdeutlichen, dass solche Initiativen sowohl den kommunalen Arbeitgebern als auch den Beschäftigten zugutekommen und die Attraktivität der Mitgliedskommunen als Arbeitgeber steigern.

Wandel für Rad und Fuß
Lassen Sie uns gemeinsam unsere Städte und 
Gemeinden lebenswerter gestalten.