News
Wenn das Gleis zur Falle wird: Alleinunfälle im Radverkehr und technische Lösungsansätze

Alleinunfälle zählen zu den häufigsten Unfallursachen im Radverkehr – oft mit schweren Folgen. Besonders kritisch wird es an Straßenbahnschienen: Regelmäßig kommt es zu Stürzen beim Überqueren der Gleise. Deshalb hat sich die Stadtverwaltung Dresden um fachliche Unterstützung an den wegebund gewandt.


Gefahrenstelle erkannt – was nun?

Ziel ist es, die Sicherheit an besonders unfallträchtigen Gleisbereichen zu verbessern. Diskutiert wurde u. a. der Einsatz sogenannter Velogleise – Gummifüllungen, die das sichere Überqueren von Rillenschienen erleichtern sollen. Erste Testfelder in Städten wie Bochum, Düsseldorf oder Basel zeigen Pozenzial, aber auch klare Grenzen: hoher Verschleiß, eingeschränkte Standfestigkeit und erheblicher Wartungsaufwand machen einen flächendeckenden Einsatz derzeit wenig realistisch.

Auch die Unfallforschung der Versicherer (UDV) bewertet Velogleise eher kritisch. Die Lösung könne im Einzelfall hilfreich sein, sei aber technisch nicht ausgereift und biete keine dauerhaft wirtschaftliche oder pflegeleichte Option. Eine Empfehlung für den großflächigen Einsatz wurde ausdrücklich nicht ausgesprochen.


Planerisch vorbeugen statt nur technisch nachrüsten

Vor diesem Hintergrund empfiehlt der wegebund, technische Lösungen immer im Zusammenspiel mit planerischen Maßnahmen zu denken:

  • Entflechtung von Radverkehr und Gleisanlagen (Netzbetrachtung),
  • Ausreichende räumliche Abstände zur Vermeidung von Ausweichmanövern,
  • Querungshilfen mit optimierten Winkeln und Markierungen,
  • Technische Lösungen nur dort, wo planerische Optionen fehlen.


Gemeinsame Herausforderung – gemeinsamer Erfahrungsaustausch

Nicht nur Dresden steht vor diesem Problem. Auch Chemnitz, Leipzig, Görlitz, Plauen und Zwickau haben Ihre Erfahrungen und Einschätzungen eingebracht. Der Austausch im Netzwerk zeigt: Die Problemlage ist sachsenweit relevant. Der wegebund unterstützte damit nicht nur durch Einzelberatung, sondern auch durch den fachlichen Wissenstransfer zwischen seinen Mitgliedern.